WIR

SETZEN UNS EIN

Wir stehen mit Regierung und Verwaltung in engem Kontakt und setzten uns dafür ein, dass die dringend nötigen Hilfspakete auf Ebene Bund und Kantone koordiniert und rasch greifen.

Seit Mitte März befinden wir uns in der vom Bundesrat verhängten «ausserordentlichen Lage», die unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft in einem Ausmass trifft, das wir uns alle zuvor kaum hätten vorstellen können. Das private und wirtschaftliche Leben ist massiv eingeschränkt, das Gesundheitspersonal leistet einen heroischen Einsatz, die Regierungen und Behörden schnüren Hilfspakete, die Armee unterstützt, viele Solidaritätsaktionen schaffen Abhilfe und der Arbeitsalltag hat sich komplett verändert. Wir befinden uns in einem gesundheitlichen und wirtschaftlichen Überlebenskampf. Wichtig erscheint uns aber auch, den Blick über die notwendigen Hilfspakte für die Wirtschaft hinaus zu richten. Was können wir tun, um die Wirtschaft mittel- bis langfristig zu stabilisieren und wieder Tritt zu fassen? Hier sind auch Ihre Beiträge gefragt. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und melden Sie uns Ihre Anregungen. Hier nur einige erste Gedanken dazu:

 

Berufslehre zeigt ihre Stärken

Aktuell finden wir die wichtigsten Fachkräfte des täglichen Lebens unter anderem im Supermarkt, im Logistikbetrieb, im Spital: Sie organisieren den Transport von jeglichen Konsumgütern bis vor unsere Haustüre, sie stellen die professionelle Betreuung und Behandlung in Spitälern und Altersheimen sicher und sie koordinieren im Hintergrund die Beschaffung von Material für Produktionsbetriebe. Die Liste könnte man noch beliebig weiterführen. Dass wir uns auf diese Fachkräfte verlassen können, ist dem dualen Bildungssystem zu verdanken. Für die KMU sind die Lernenden und späteren Fachpersonen eine grosse und nicht mehr wegzudenkende Stütze. Die aussergewöhnliche Zeit gibt der Wirtschaft und der Politik die Chance zu ermitteln, welche Branchen, welche Fachkräfte und welche Unternehmen für die Gesellschaft essenziell sind und entsprechend speziell gefördert werden müssen.


Investitionsstau verhindern

Wie die ökonomische Forschung zeigt, ist Unsicherheit über den zukünftigen Geschäftsgang eine der grössten Hemmnisse bei Unternehmen für das Investieren. Dies gilt insbesondere für die Industrie und das verarbeitende Gewerbe. Wenn jetzt Sanierungs- und Erweiterungsprojekte verschoben oder gestrichen werden oder mit der Anschaffung neuer Maschinen auf unbekannte Zeit zugewartet wird, hat dies grosse Auswirkungen. Die Umsetzung geplanter und finanzierter Investitionsvorhaben der öffentlichen Hand und des privaten Sektors spielen daher für die Stabilisierung der Wirtschaft nach der Krise eine wichtige Rolle. Den Investitionsstau gilt es zu verhindern. Langwierige und komplizierte Planungs- und Bewilligungsverfahren müssen bereits jetzt beschleunigt werden, damit der Weg zur Umsetzung geebnet wird. Die unbürokratische Umsetzung der Hilfspakete zeigt das Potenzial auf.


Partnerschaft in der Aussenwirtschaftspolitik

Die ausserordentliche Lage erinnert uns daran, wie wichtig die Beziehungen zur Europäischen Union für unser Land sind. Ohne die Fachkräfte aus der EU etwa, käme es unter anderem im Schweizer Gesundheitssystem zu schmerzlichen Engpässen. Die Blockade von Schutzmaskenlieferungen an die Schweiz durch einzelne EU-Länder hat uns zudem gezeigt, was passiert, wenn der EU-Binnenmarkt nicht mehr richtig funktioniert. Auch die Landesversorgung ist auf gute Handelswege und -beziehungen angewiesen. Wir dürfen deshalb nicht vergessen, dass die Stabilität in Europa und ein geregeltes Verhältnis zur Europäischen Union für den Erfolg der Schweizer Wirtschaft auch weiterhin zentral sind.

Die Handelskammer beider Basel arbeitet zusammen mit ihren Mitgliedern und der Politik daran, die Rahmenbedingen auch nach der Krise so mitzugestalten, dass Wirtschaft und Gesellschaft sich nachhaltig entwickeln können.